PIUS – Recht leicht gemacht
EFA – Effizienz Agentur NRW
Umgang mit Gefahrgütern

Gefahrgut

Die wichtigsten Pflichten im Umgang mit Gefahrgütern

Empfang

Es sollte darauf geachtet werden, dass …

  • GefahrgutGefahrgut
    Die Definition zu Gefahrgut findet sich im Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter. Es handelt sich um Stoffe und Gegenstände, von denen aufgrund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren ausgehen können.
    unverzüglich eingelagert und die Verpackung auf Beschädigungen etc. überprüft wird.
  • Entladepersonal durch Schulungen hinsichtlich entsprechender Richtlinien und Arbeitsanweisungen unterwiesen wird.
  • an vollständig entladenen, gereinigten und entgasten oder entgifteten Containern etc. die Großzettel (Placards) entfernt oder abgedeckt sind und die orangefarbene Kennzeichnung nicht mehr sichtbar ist.
  • nur die Gefahrgüter entladen werden, die auch tatsächlich bestellt wurden.

Beispiel Empfang

Der Empfänger muss entscheiden, ob er die Ladung entlädt. Dies ist nicht nur relevant, wenn durch eventuelle Beschädigungen an der Ladung das Fahr- und Entladepersonal gefährdet wird. Zeit und Geld kann es auch kosten, wenn unbeabsichtigt fremde Ladung abgeladen wird.

Als Verlader werden besondere Pflichten nach GGVSEBGGVSEB
Diese Verordnung regelt die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße mit Fahrzeugen und auf der Schiene sowie auf Binnengewässern.
übernommen. Darunter fällt auch die Pflicht, Vorschriften über Gefahrzettel und Kenzeichnung zu beachten. Wenn z.B. an einem abgeladenen Fass die Kennzeichnung mit der UN-Nummer fehlt oder unvollständig ist, ist es Aufgabe des Verladers, für dieses Fass die entsprechende Klassifizierung zu bestimmen und die für die Rückgabe erforderlichen Papiere zu besorgen.

Verpackung

Beachtet werden müssen insbesondere:

  • die Auswahl der richtigen Verpackung der Gefahrgüter in Versandstücken und Großverpackungen.
  • Zusammenladeverbote und Ladungssicherung.
  • die richtige Kennzeichnung der Verpackung, d.h. Anbringen der korrekten Gefahrzettel, Aufschriften, UN-Nummer.
  • Vorschriften über freigestellte Versandstücke, d.h. in begrenzten Mengen verpackte Gefahrgüter.


Angaben, welches die für das jeweilige Produkt geeignete und zugelassene Verpackung ist, finden sich im Kapitel 3.2. ADRADR
Abkürzung für « Accord européen relativ au transport international des marchandises Dangereuses par Route » – Europäisches Übereinkommen über den Transport gefährlicher Güter auf der Straße. Das ADR wird rechtlich alle zwei Jahre an die tatsächlichen Begebenheiten angepasst, aktueller Stand ist das ADR 2013, die nächste Änderung erfolgt 2015.
.

 

 

Absenden

Beachtet werden muss insbesondere:

  • dass der Beförderer auf das GefahrgutGefahrgut
    Die Definition zu Gefahrgut findet sich im Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter. Es handelt sich um Stoffe und Gegenstände, von denen aufgrund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren ausgehen können.
    hingewiesen wird.
  • die richtige Klassifizierung des Gefahrguts.
  • die Vollständigkeit der Begleitpapiere (Beförderungspapier, ggf. Ausnahmezulassungen, ADR-VereinbarungADR-Vereinbarung
    Abkürzung für « Accord européen relativ au transport international des marchandises Dangereuses par Route » – Europäisches Übereinkommen über den Transport gefährlicher Güter auf der Straße. Das ADR wird rechtlich alle zwei Jahre an die tatsächlichen Begebenheiten angepasst, aktueller Stand ist das ADR 2013, die nächste Änderung erfolgt 2015.
    , Container-Packzertifikat, Zulassungsbescheinigung, Fahrwegbestimmungen).
  • schriftliche Weisungen.


Als Absender von GefahrgutGefahrgut
Die Definition zu Gefahrgut findet sich im Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter. Es handelt sich um Stoffe und Gegenstände, von denen aufgrund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren ausgehen können.
sollte das Unternehmen eine Gefahrgutkontrolle vornehmen und bei der Feststellung von Mängeln entsprechende Maßnahmen einleiten. Zur Beweiserleichterung ist es sinnvoll, diese Gefahrgutkontrollen mittels Checklisten schriftlich festzuhalten.


Verladen

Ebenso wie beim Absenden sollte das Unternehmen beim Verladen von GefahrgutGefahrgut
Die Definition zu Gefahrgut findet sich im Gesetz über die Beförderung gefährlicher Güter. Es handelt sich um Stoffe und Gegenstände, von denen aufgrund ihrer Natur, ihrer Eigenschaften oder ihres Zustandes im Zusammenhang mit der Beförderung Gefahren ausgehen können.
eine Gefahrgutkontrolle vornehmen und bei der Feststellung von Mängeln entsprechende Maßnahmen einleiten. Zur Beweiserleichterung ist es sinnvoll, diese Gefahrgutkontrollen mittels Checklisten schriftlich festzuhalten.

 

 

Begleitpapiere

Grundsätzlich gibt es:

  • das Beförderungspapier (Kein Musterformular, ausreichend ist ein Papier aus dem hervorgeht, welche Gefahren von wo, nach wo und wie befördert werden.)
  • die aktuelle schriftliche Weisung
  • die ADR-BescheinigungADR-Bescheinigung
    Abkürzung für « Accord européen relativ au transport international des marchandises Dangereuses par Route » – Europäisches Übereinkommen über den Transport gefährlicher Güter auf der Straße. Das ADR wird rechtlich alle zwei Jahre an die tatsächlichen Begebenheiten angepasst, aktueller Stand ist das ADR 2013, die nächste Änderung erfolgt 2015.
    (Nachweis, dass der Fahrer an einem von der zuständigen Industrie- und Handelskammer anerkannten Lehrgang teilgenommen hat.)
  • die Zulassungsbescheinigung
  • das Container-Packzertifikat
  • die Fahrwegbestimmung mit Nebenbestimmungen (für besonders gefährliche Güter)
  • die Ausnahmegenehmigung nach § 5 GGVSEBGGVSEB
    Diese Verordnung regelt die innerstaatliche und grenzüberschreitende Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße mit Fahrzeugen und auf der Schiene sowie auf Binnengewässern.
    (beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen – BMVBM – können Ausnahmen für Einzelfälle beantragt werden, die dann bei diesem Transport mitzuführen sind.)
  • die Beförderungserlaubnis nach Abfall-Abfall-
    Alle beweglichen Stoffe oder Gegenstände, die in einem Abfallverzeichnis enthalten sind und derer sich ihr Besitzer entledigt, entledigen will oder entledigen muss.
    / Atomrecht
  • andere Dokumente (z.B. bei Sprengstoffen, radioaktiven Stoffen, etc.)


Es ist im Einzelfall zu prüfen, welche Papiere im konkreten Beförderungsfall vorliegen müssen.