PIUS – Recht leicht gemacht
EFA – Effizienz Agentur NRW
Umgang mit Gefahrstoffen

Gefahrstoff

Was muss beim Umgang mit Gefahrstoffen beachtet werden?

Gefährdungsbeurteilung

Am 01.12.2010 ist eine neue GefahrstoffverordnungGefahrstoffverordnung
Die Gefahrstoffverordnung regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, sowie generell den Umgang und die Verwendung.
(GefStoffVGefStoffV
Die Gefahrstoffverordnung regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, sowie generell den Umgang und die Verwendung.
) in Kraft getreten. Sie hat nun neben dem ChemikaliengesetzChemikaliengesetz
Gefahrstoffe sind im ChemG definiert und erläutert. Es handelt sich hierbei um Stoffe, Zubereitungen oder Erzeugnisse, die gefährliche Stoffe enthalten. Das ChemG nennt insgesamt 15 Eigenschaften von Gefahren u.a. explosionsgefährlich, brandfördernd, giftig.
auch das ArbeitsschutzgesetzArbeitsschutzgesetz
Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit.
als Grundlage. Schwerpunkt bildet nach wie vor die Gefährdungsbeurteilung und der Arbeitsschutz. Die Einteilung in Schutzstufen entfällt.

§ Gefährdungsbeurteilung
(§ 6 GefStoffV Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung)
(§ 7 GefStoffV Grundpflichten):

Der Arbeitgeber darf eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen erst aufnehmen lassen, nachdem eine Gefährdungsbeurteilung vorgenommen und die erforderlichen Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Die Pflicht zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung ist unabhängig von der Zahl der Beschäftigten. Die Gefährdungsbeurteilung ist nur durch fachkundige Personen zu erstellen und zu dokumentieren.

Die Informationsbeschaffung für die Gefährdungsbeurteilung erfolgt beim Inverkehrbringer oder bei anderen ohne weiteres zugänglichen Quellen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung werden auch nicht kennzeichnungspflichtige Stoffe berücksichtigt.

Beurteilungskriterien:

  • gefährliche Eigenschaften der Stoffe oder Zubereitungen
  • Informationen des Herstellers oder Inverkehrbringers zum Gesundheitsschutz (insb. im SicherheitsdatenblattSicherheitsdatenblatt
    Fordern Sie von allen Lieferanten bzw. Herstellern die entsprechenden Sicherheitsdatenblätter aller im Betrieb verwendeten Gefahrstoffe an. Im Sicherheitsdatenblatt finden Sie u.a. Angaben zu Gefährlichkeitsmerkmalen, zur Lagerung, zur Brennfähigkeit, zur erster Hilfe und zur Abfallentsorgung. Der Hersteller bzw. Importeur trägt die Verantwortung dafür, dass das Sicherheitsdatenblatt durch eine fachkundige Person erstellt, fachlich richtig sowie vollständig ausgefüllt und aktuell ist.
    )
  • Ausmaß, Art und Dauer der Exposition unter Berücksichtigung aller Expositionswege
  • physikalisch-chemische Wirkungen
  • Möglichkeiten einer Substitution
  • Arbeitsbedingungen und Verfahren, einschließlich der Arbeitsmittel und Gefahrstoffmenge
  • ArbeitsplatzgrenzwertArbeitsplatzgrenzwert
    Gibt den Grenzwert der Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz an, bei der im Allgemeinen die Gesundheit der Arbeitnehmer nicht beeinträchtigt wird. Die Liste der Stoffe und der dazugehörigen Grenzwerte finden Sie auch nach der geänderten Gefahrstoffverordnung in der TRGS 900 – Technische Regeln für Gefahrstoffe – (Ausgabe Januar 2006, letzte Änderungen 15.12.2009). Einzelne Werte Ihrer Hilfs- und Betriebsstoffe können Sie aber auch dem Sicherheitsdatenblatt entnehmen.
    und biologische Grenzwerte
  • Wirksamkeit der getroffenen oder zu treffenden Schutzmaßnahmen
  • Schlussfolgerungen aus durchgeführten arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

 
Nicht nur für die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern, sondern auch für die Gefährdungsbeurteilung ist Fachkunde (Wissen und Erfahrung über die Maßnahmen der Arbeitssicherheit) notwendig. Die Gefährdungsbeurteilung kann sich aber aus mehreren Dokumenten, die schon vorhanden sind, zusammen setzen.

DENKEN SIE AN!

Dokumentation über Einweisung der Fremdfirmen und Einbeziehung möglicher Wechselwirkungen bei mitgebrachten Gefahrstoffen!

2. Schutzstufen

Für eine reibungslose Integration des neuen Kennzeichnungssystems nach GHSGHS
Durch die geplante Einführung des GHS (Globally Harmonized System) sollen die zurzeit regionalen/nationalen Systeme für die Einstufung und Kennzeichnung gefährliche Stoffe/Zubereitungen auf UN-Ebene vereinheitlicht werden.
 
Durch die geplante Einführung des GHS (Globally Harmonized System) sollen die zurzeit regionalen / nationalen Systeme für die Einstufung und Kennzeichnung gefährliche Stoffe / Zubereitungen auf UN-Ebene vereinheitlicht werden. Grundlage dazu bildet das GHS zur Einstufung und Kennzeichnungen von Chemikalien der Vereinten Nationen. Durch das neue System werden sowohl neue Gefahrenpiktogramme eingeführt als auch die Einstufungskriterien verschärft, dafür wird durch die Einheitlichkeit der Warenverkehr erleichtert.
(Global Harmonisierte System) in den betrieblichen Arbeitsschutz musste die Koppelung der Schutzstufen an die Kennzeichnung aufgehoben werden. Die Schutzstufen der alten GefStoffVGefStoffV
Die Gefahrstoffverordnung regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, sowie generell den Umgang und die Verwendung.
gibt es nicht mehr.

 

 

3. Verbote und Regelungen

Herstellungs- und Verwertungsverbote

Im Anhang II der GefahrstoffverordnungGefahrstoffverordnung
Die Gefahrstoffverordnung regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, sowie generell den Umgang und die Verwendung.
sind verschiedene Stoffe aufgelistet, für die Herstellungs- und Verwendungsverbote bestehen, da diese krebserzeugende, erbgutverädernde oder giftige Eigenschaften haben. Hinsichtlich des Herstellungs- und Verwendungsverbots gelten Ausnahmen.

 

Vollzugsregelungen

  • Der Arbeitgeber hat die Behörde zu unterrichten über:
  • jeden Unfall, der bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen zu einer ernsten Gesundheitsschädigung der Beschäftigten geführt hat.
  • Krankheits- und Todesfälle, bei denen konkrete Anhaltspunkte für eine Verursachung durch die Tätigkeit mit Gefahrstoffen bestehen, mit den genauen Angaben der Tätigkeit und der Gefährdungsbeurteilung.
  • Auf Verlangen hat der Arbeitgeber der Behörde u.a. das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, gefährliche Tätigkeiten, durchgeführte Schutz- und Vorsorgemaßnahmen und das Ergebnis der SubstitutionsprüfungSubstitutionsprüfung
    Beinhaltet eine Prüfpflicht, ob Stoffe mit einem geringeren gesundheitlichen Risiko als die bisher verwendeten erhältlich sind. Wenn deren Verwendung zumutbar ist, müssen diese auch verwendet werden. In jedem Fall sollten die Ergebnisse der Prüfung schriftlich festgehalten werden.
    mitzuteilen.


Im Einzelfall kann die Behörde Ausnahmen zu der GefahrstoffverordnungGefahrstoffverordnung
Die Gefahrstoffverordnung regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, sowie generell den Umgang und die Verwendung.
auf schriftlichen Antrag des Arbeitgebers erteilen, wenn die Durchführung der Vorschrift im Einzelfall zu einer unverhältnismäßigen Härte führen würde (§ 19 GefStoffVGefStoffV
Die Gefahrstoffverordnung regelt die Einstufung, Verpackung und Kennzeichnung von Gefahrstoffen, sowie generell den Umgang und die Verwendung.
) und die Abweichung mit dem Schutz der Beschäftigten vereinbar ist.