PIUS – Recht leicht gemacht
EFA – Effizienz Agentur NRW
Abwasser-behandlungsanlage / Prozesswasser-recycling

Wasser und Abwasser

Abwasserbehandlungsanlage

Planen oder betreiben Sie eine Abwasserbehandlungsanlage (Landeswassergesetz § 58 Abs. 2 LWG), benötigen Sie neben der wasserrechtlichen Einleitergenehmigung (Erlaubnisantrag) auch für den Bau, Betrieb und für wesentliche Änderungen der Abwasseranlage eine Genehmigung. In der Praxis werden die beiden Genehmigungen meist in einer zusammengefasst. Zuständig dafür ist die Untere Wasserbehörde.

Einige Anlagentypen sind laut FreistellungsverordnungFreistellungsverordnung
Rechtsverordnung über die Freistellung von Abwasserbehandlungsanlagen von der Genehmigungspflicht.
(FreistVOFreistVO
Rechtsverordnung über die Freistellung von Abwasserbehandlungsanlagen von der Genehmigungspflicht.
) genehmigungsfrei. Ferner sind serienmäßig hergestellte Abwasserbehandlungsanlagen, die der Bauart nach zugelassen werden, nicht genehmigungspflichtig nach § 58 LWG.

Als Betreiber einer anzeige- bzw. genehmigungsbedürftigen Abwasseranlage sind Sie verpflichtet, den Zustand, die Unterhaltung und den Betrieb der Abwasserbehandlungsanlage zu überwachen und darüber Aufzeichnungen zu führen (z.B. Betriebstagebuch). Die Aufzeichnungen müssen drei Jahre aufgehoben werden. Daneben kann die Behörde weitere Auflagen bestimmen.

Um sämtliche Abwässer des Betriebes nach Menge und Schmutzfracht zu erfassen, eignet sich die Zusammenstellung in Form eines Abwasserkatasters. Es ermöglicht Ihnen, einen Überblick über Verbrauch und Kosten des Abwassers und damit auch über mögliche Einsparpotenziale zu erhalten. Außerdem ist die Aufnahme wichtig, um zu klären, wo eventuell erforderliche Messungen durchzuführen sind (Verdünnungsverbot).

!¡ Tipp

Ziehen Sie bei der Erstellung die Kanalisations- oder Entwässerungspläne hinzu.

    Prozesswasserrecycling

    Kostensenkungspotenziale aufdecken!

    Vor dem Bau oder der Erweiterung einer Abwasserbehandlungsanlage sollten Sie Ihre Produktionsprozesse hinsichtlich der Wasserverbräuche und somit des Abwasseranfalls wie auch hinsichtlich der Abwasserbelastung analysieren. Durch die Trennung und separate Behandlung von Prozesswasserteilströmen unterschiedlicher Herkunft und Belastung ist es häufig möglich, die erforderlichen Behandlungsverfahren zu vereinfachen, die Behandlungskosten zu reduzieren, und das gereinigte AbwasserAbwasser
    Abfließendes Wasser, das durch häuslichen, gewerblichen, landwirtschaftlichen oder sonstigen Gebrauch in seinen Eigenschaften verändert wurde. Umfasst auch aus Anlagen zum Behandeln, Lagern und Ablagern von Abfällen austretende, gesammelte und eingeleitete Flüssigkeiten und das von befestigten Flächen abfließende und gesammelte Niederschlagswasser.
    in der Produktion erneut zu nutzen.

    !¡ Tipp

    • Visualisierung der Prozessschritte.
    • Input-/ Output-Analyse aller Stoffströme.
    • Detaillierte Aufnahme von Teilströmen.
    • Einsatz weiterer Wasserzähler.
    • Belastung des Abwassers feststellen.
    • Verbesserungsmöglichkeiten der Fertigungsprozesse prüfen.
    • Möglichen Verzicht auf den Zusatz bestimmter Hilfs- und Betriebsstoffe prüfen.
    • Standzeitverlängernde Maßnahmen bei Spülen, Reinigungsbädern, Prozessbädern prüfen.

      Potenziale können z.B. mit Hilfe des PIUS-Checks aufgedeckt werden. Bitte bedenken Sie, dass unter Umständen der Betrieb einer Kreislaufanlage genehmigungsbedürftig ist. Um sich im Vorfeld abzusichern, sollten Sie Kontakt zu der für Sie zuständigen Unteren Wasserbehörde aufnehmen.