PIUS – Recht leicht gemacht
EFA – Effizienz Agentur NRW
Bestimmung des Gefährdungspotenzials einer Anlage

Wassergefährdende Stoffe

Wie wassergefährdend ist die Anlage?

Um bestimmen zu können, wie wassergefährdend die eigene Anlage ist, muss zunächst der Begriff der Anlage gemäß der VAwS (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe) festgelegt werden.

Eine Anlage im Sinne der VAwS ist eine selbständige ortsfeste oder ortsfest benutzte Funktionseinheit. Betrieblich verbundene unselbständige Funktionseinheiten oder Anlagenteile bilden eine Anlage, wenn sie dem gleichen betrieblichen Zweck (funktionaler Zusammenhang) dienen. Beispielsweise gehören zu einer Anlage Behälter, Rohrleitungen, Pumpen, Auffangvorrichtungen usw., wenn sie in einem engen funktionalen Zusammenhang zu dieser stehen. Aber auch einzelne Behälter in denen wassergefährdende Stoffe gelagert werden, sind Anlagen im Sinne der VAwS.

Unterschieden werden zwei Anlagentypen:

  • LAU-AnlagenLAU-Anlagen
    § 2 (5) VawS-Anlagenverordnung NRW: Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen von wassergefährdenden Stoffen, z.B. Lagertanks, Gefahrstofflager, Öllager.
  • HBV-AnlagenHBV-Anlagen
    Anlagen zum Herstellen, Behandeln und Verwenden, z.B. Drehbänke mit Kühlschmierung, Tauchbäder, Oberflächenbehandlungsanlagen. Behälter und Rohrleitungen, die in einem engen funktionalen Zusammenhang mit der HBV-Anlage stehen, gehören ebenfalls dazu.


Die rechtlichen Anforderungen aus der VAwS an eine Anlage steigen mit der Menge des wassergefährdenden Stoffes und dessen Wassergefährdungsklasse.

Maßnahmen:

  • Bestimmen Sie das Volumen und die Wassergefährdungsklasse der in Ihren Anlagen eingesetzten Stoffe.
  • Prüfen Sie, ob Sie bestehende Anlagen verkleinern können:
  • Teileinheiten, die z.B. über Rohrleitungen zusammenhängen, gelten als eine Anlage, wenn bei einer Leckage an der ungünstigsten Stelle alle Einheiten leer laufen. Dagegen handelt es sich um jeweils selbständige Anlagen, wenn miteinander verbundene Einheiten im bestimmungsgemäßen Betrieb so gegeneinander abgeschottet sind, dass wassergefährdende Stoffe nicht von einer zur anderen gelangen können.
    Bei Unklarheiten: Suchen Sie das Gespräch mit Fachleuten.
  • Vermeiden Sie, wenn prozessbedingt möglich, den Einsatz von Stoffen mit einer hohen Wassergefährdungsklasse.
  • Verringern Sie Ihren Lagerbestand an wassergefährdenden Stoffen, vor allem diejenigen mit der WGKWGK
    Wassergefährdende Stoffe sind feste, flüssige und gasförmige Stoffe, die geeignet sind, nachhaltig die physikalische, chemische oder biologische Beschaffenheit des Wassers nachteilig zu verändern (§ 19g WHG). Wassergefährdende Stoffe (Flüssigkeiten, Feststoffe und Gase) werden in drei Wassergefährdungsklassen (WGK) eingeteilt.

    Beispiel zur Ermittlung von Wassergefährdungsklassen und Stoffgemischen
      * 1. In einem Abschreckbecken einer Härterei befindet sich ein Wassergemisch, dem 4% Komponenten der WGK 2 und keine Komponente der WGK 3 enthalten sind. Für das gesamte Gemisch ergibt sich die WGK 1.
      * 2. Wird diesem Gemisch nun noch ein Frostschutz mit der WGK 3 in einem Anteil von 0,25% zugesetzt, ergibt sich die WGK 2.
      * 3. Ein Gemisch enthält 20% WGK 2 und 80% WGK 1 Stoffe, es ist daher in WGK 2 einzustufen. Wird dieses Gemisch im Verhältnis 1:1 mit Wasser verdünnt, so ergibt sich im verdünnten Gemisch ein Anteil von 10% WGK 2 Stoffen, das Gemisch ist weiterhin in WGK 2 einzustufen. Wird im Verhältnis 1:4 verdünnt, so beträgt der GWGK 2 Stoffanteil nur noch 4% und das verdünnte Gemisch ist der WGK 1 zuzuordnen.
    3 (nur absolut notwendige Mengen lagern).
  • Prüfen Sie, ob die Anlage in einem Wasserschutzgebiet liegt.